
Die Direktorinnen und Direktoren der Landesrechnungshöfe und des Wiener Stadtrechnungshofs folgten der Einladung ihres turnusmäßigen Sprechers, des Direktors des Salzburger Landesrechnungshofs Ludwig Hillinger, zur Eröffnung der Salzburger Festspiele am 26. Juli und zur Konferenz am 27. Juli 2026 nach Salzburg.
Im Rahmen der Konferenz fand auch ein persönliches Treffen mit Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf statt, die damit ihre Wertschätzung für den bundesländerübergreifenden fachlichen Austausch sowie für die konstruktive Zusammenarbeit der Landesrechnungshöfe als Organe der Landtage und des Stadtrechnungshofs Wien ausdrückte.
Optimierung der Finanzkontrolle durch Künstliche Intelligenz und Schließung von Kontrolllücken
An erster Stelle auf der dichten Tagesordnung standen die Ergebnisse des gemeinsamen Projekts „Optimierung der Prüfungsfunktion durch Künstliche Intelligenz“, das die Landesrechnungshöfe und der Stadtrechnungshof Wien mit der OECD als Projektpartner durchführten. Nunmehr geht es um die sichere Umsetzung der Projektergebnisse für Analysen und Auswertungen von Daten und Dokumenten, für die Konzeption von Berichten oder die Zuordnung von Quellen mit der unterschiedlichen informationstechnischen Infrastruktur und den erarbeiteten möglichen KI-Lösungen.
Aufgrund der Wichtigkeit des Themas veranstaltet die EURORAI (European Organisation of Regional Audit Institutions), die Europäische Organisation der Regionalen Rechnungshöfe, am 16. Oktober 2026 das Seminar „Externe öffentliche Finanzkontrolle und Künstliche Intelligenz“.
Im Rahmen des Seminars wird auch das gemeinsame Projekt der österreichischen Landesrechnungshöfe und des Wiener Stadtrechnungshofs präsentiert.
Der Stand der künstlichen Intelligenz in der öffentlichen Rechnungsprüfung
Ein weiteres Beratungsthema bildeten die bestehenden Kontrolllücken bei Tourismusverbänden sowie deren unterschiedliche Organisation und Finanzierung. Dabei wurde auch das fehlende Prüfungsrecht des Landesrechnungshofs für Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern in Niederösterreich und die fehlenden Prüfungsrechte der Landesrechnungshöfe für Gemeindeverbände angesprochen.
Kontrolllücke bei 547 Gemeinden und deren ausgegliederte Einrichtung in Niederösterreich schließen
Für Gemeindeverbände und Gemeinden mit mindestens 10.000 Einwohnern besteht zwar eine Prüfkompetenz des Rechnungshofs Österreich, die er aufgrund der großen Anzahl, 26 Gemeinden und 631 Gemeindeverbände allein in Niederösterreich, nur mit langen Prüfintervallen wahrnehmen kann.
Die Gebarung der 547 Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern in Niederösterreich unterliegt keiner unabhängigen Finanzkontrolle, weil das Prüfungsrecht des Landesrechnungshof Niederösterreich dafür fehlt. Die Direktorin des Landesrechnungshofs, Edith Goldeband, setzt sich daher weiterhin für eine Schließung dieser Kontrolllücke, die auch die ausgegliederten Einrichtungen dieser Gemeinden in Niederösterreich umfasst, ein.
Außerdem befassten sich die Rechnungshöfe mit der koordinierten Datenschutzprüfung des Europäischen Datenschutzausschusses zum Thema „Einhaltung der Transparenz- und Informationspflichten gemäß Artikel 12, 13 und 14 der DSGVO“, an der erstmals auch das Parlamentarische Datenschutzkomitee als nationale Aufsichtsbehörde teilnimmt.
Freiwillige Teilnahme des Landesrechnungshofs Niederösterreich am Aktionsplan 2026 – 2028 der Anti-Korruptionsstrategie Österreichs
Ein weiters Anliegen Niederösterreichs bildete die Teilnahme am Aktionsplan zur Anti-Korruptionsstrategie Österreichs als „Organisation und Behörde mit freiwilliger Beteiligung“, um die Beiträge der Landesrechnungshöfe zur Korruptionsprävention und -bekämpfung sichtbar zu machen.


