Kernaussagen

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Der Begriff Beratungsleistungen ist gesetzlich nicht bestimmt und bezeichnet Dienstleistungen von Sachverständigen und Experten unterschiedlicher Fachrichtungen, wie Finanz-, IT-, Rechts-, Steuer- oder  Unternehmensberatung und kann Analysen, Berechnungen, Gutachten, Markt- und Meinungsforschung, Planungen, Prognosen, Schätzungen, Übersetzungen, Untersuchungen, Werbung etc. betreffen.

Die Inanspruchnahme externer Beratungsleistungen kann durchaus wirtschaftlich und zweckmäßig sein, wenn ein bestimmter Bedarf und ein entsprechendes Kosten-Nutzen-Verhältnis vorliegen. Für regelmäßig erforderliches Fachwissen sollten jedoch ausreichend eigene Fachleute vorhanden sein, auch um die Beratungsqualität sicherzustellen. Im Unterschied zu eigenen Bediensteten sind externe Berater nicht ausschließlich den Interessen des Landes verpflichtet. Primär soll daher organisationsinternes Wissen herangezogen bzw. aufgebaut werden.

Beratungsaufträge der öffentlichen Hand sind nach den Vergabegrundsätzen und grundsätzlich im Wettbewerb zu vergeben. Das setzt voraus, dass die zu erbringende Leistung hinreichend genau bestimmt ist. Vergaberechtlich sind dabei prioritäre und nicht prioritäre Dienstleistungen sowie oftmals geistige Dienstleistung zu unterscheiden.

Außerdem sollten bei der Vergabe von Beratungsleistungen zumindest folgende Punkte einer besten Praxis für  Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit berücksichtigt werden:

Die Beratungsleistung und das Honorar sind in Verträgen schriftlich festzulegen. Änderungen der vereinbarten Leistung oder zusätzlicher Beratungsbedarf sind nachvollziehbar zu begründen und schriftlich festzuhalten.

Die Angemessenheit der Honorare ist nicht nur aufgrund von Erfahrungswerten, sondern insbesondere auch aufgrund von Vergleichsangeboten, Honorarrichtlinien oder Durchschnittswerten nach Stunden- oder Tagessätzen zu beurteilen.

Auch bei wiederkehrenden Leistungen sind regelmäßig Vergleichsangebote einzuholen und die Berater zur Wahrung der Unabhängigkeit und Objektivität eventuell zu wechseln.

Die Abrechnungen sind zu kontrollieren, wobei die erbrachten Beratungsleistungen durch entsprechende Aufzeichnungen und Belege nachzuweisen sind.

Die Ergebnisse der Beratung sind nach den im Beratungsvertrag festgelegten Merkmalen und Erfolgskriterien zu evaluieren und für andere Organisationseinheiten evident zu halten. Dafür sollte eine Beratungsevidenz erstellt werden. Die externe Beratung sollte einen Informations- und Wissenstransfer bewirken.

Für die Beauftragung und Abwicklung externer Beratungen können Richtlinien (Checklisten) und Vertragsmuster hilfreich sein.

Die Kernaussagen zur Vergabe von Beratungsleistungen hat der Landesrechnungshof aus folgenden Berichten formuliert:

Die Laufzeiten von Rahmenverträgen sind eindeutig und zweckmäßig zu befristen

Bericht 12/2014 Externe Beratungsleistungen der NÖ Landeskliniken-Holding und der NÖ Landeskliniken; Seite 46 (Ergebnis 12)

 

Die im Rahmenvertrag vereinbarten Terminpläne sind rechtzeitig einzufordern. Wegen der langen Vertragsdauer sollten zu den aus dem Rahmenvertrag abzurufenden Leistungen Preis-/Leistungsvergleiche angestellt werden.

Bericht 12/2014 Externe Beratungsleistungen der NÖ Landeskliniken-Holding und der NÖ Landeskliniken; Seite 47 (Ergebnis 13)

 

Rabattregelungen sind so eindeutig zu formulieren, dass nur eine Auslegung möglich ist.

Bericht 12/2014 Externe Beratungsleistungen der NÖ Landeskliniken-Holding und der NÖ Landeskliniken; Seite 47 (Ergebnis 14)

CAF-Guetesiegel Website

Europäisches Qulifitätszertifikat
Der CAF (Common Assessment Framework) ist das für den öffentlichen Sektor entwickelte Qualitätsbewertungs - und Qualtätsmanagementsystem der Euopäischen Union.