Prüfberichte

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10-2015Zusammenfassung

In den Jahren 2004 bis 2014 investierte das Land NÖ mit dem Projekt noeHIT rund 41 Millionen Euro in die Informationstechnologie der Landesheime, um die unterschiedliche Datenverarbeitung durch ein einheitliches System zu reorganisieren.

Das Projekt betraf alle wichtigen Bereiche der 49 Landespflegeheime und der neun Landesjugendheime mit rund 6.500 Klienten und rund 5.400 Mitarbeitern und entwickelte dafür eine Gesamtlösung.

Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit

Dieses Informationssystem mit seinen Anwendungen und Schnittstellen zu Abteilungen des Amtes der NÖ Landesregierung bzw. zu den NÖ Landeskliniken ermöglichte der Abteilung Landeskrankenanstalten und Landesheime GS7 sowie den einzelnen Landesheimen eine effektive und effiziente Betriebsführung.

Da Aufzeichnungen, Berechnungen oder Auswertungen nicht mehr händisch, sondern automationsunterstützt durchgeführt wurden, konnte der wachsende Personalbedarf in den Landesheimen insbesondere für Verwaltung, Dokumentation (Pflege, Medizin, Therapie und Sozialpädagogik), Beschaffungs- und Rechnungswesen eingedämmt werden.

Im Jahr 2014 standen den Projekt- bzw. Betriebskosten von rund 2,5 Millionen Euro nicht erforderliche Vollzeitäquivalente im Gegenwert von rund 8,7 Millionen Euro gegenüber. Demnach hatte sich das Projekt noeHIT bereits im Jahr 2013 amortisiert.

 

Umsetzung

Die Abteilung Landeskrankenanstalten und Landesheime GS7 unterteilte das Projekt noeHIT in sieben Teilprojekte und beauftragte die Bestbieter in einer Arbeitsgemeinschaft mit der Umsetzung. Die Abteilung zog auch ein Beratungsunternehmen bei, vernachlässigte dabei jedoch das Vergaberecht. Mit Ausnahme der Klienten-Dokumentation, die neu vergeben werden musste, konnten alle Teilprojekte termin- und sachgerecht umgesetzt werden. Bis Ende 2015 sollte auch das noch offene Teilprojekt realisiert sein.

 

Finanzierung

Die Projektkosten 2004 bis 2013 wurden mit 22.463.521,86 Euro aus den Jahresbudgets der Landesheime und mit 15.852.139,19 Euro aus der vorhandenen Investitionsrücklage der Landesheime finanziert.

 

Empfehlungen

Die Übernahme der Rechenzentrumsleistung durch die Stabstelle Landes­amtsdirektion-Informationstechnologie LAD1-IT ersparte im Jahr 2014 rund 1,5 Millionen Euro und ermöglichte weitere Einsparungen von über sieben Millionen Euro bis zum Jahr 2018. Daher sollte die Stabstelle Landesamtsdirektion-Informationstechnologie LAD1-IT bei ähnlich gelagerten Projekten wieder kontaktiert werden.

Da die Wartungsaufträge für die noeHIT Anwendungen bereits zweimal in Folge verlängert wurden, ohne Vergleichsangebote einzuholen, waren die Schaffung eines Wettbewerbs und die Vermeidung von Abhängigkeiten sicherzustellen.

Eine Schnittstelle zwischen den Landespflegeheimen und den Abteilungen „Jugend und Soziales" der Bezirkshauptmannschaften für die Abrechnungen ermöglichte ebenfalls Einsparungen und sollte daher umgesetzt werden.

Auch für die mobilen Palliativteams, welche die noeHIT Anwendungen nur eingeschränkt nutzen konnten, war eine verbesserte IT-Unterstützung zweckmäßig.

Die NÖ Landesregierung sagte in ihrer Stellungnahme vom 8. September 2015 zu, die vier Empfehlungen des Landesrechnungshofs umzusetzen und informierte über die dazu bereits getroffenen oder geplanten Maßnahmen.

 

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