Prüfberichte

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10-2011Landesklinikum Mostviertel Amstetten
Zusammenfassung

Das Landesklinikum Mostviertel Amstetten wird vom Land Niederösterreich als Schwerpunktkrankenanstalt mit 366 Betten und 998 Mitarbeitern geführt. Im Jahr 2010 versorgten diese 22.382 stationäre Patienten (Aufnahmen) und 44.746 ambulante Fälle.
Das Landesklinikum Mostviertel Amstetten erwirtschaftete im Jahr 2010 einen Überschuss von 449.912 Euro. Weitere organisatorische und wirtschaftliche Verbesserungen waren noch möglich. Der Bericht des Landesrechnungshofs enthält dazu konkrete Kennzahlen und Empfehlungen für die Betriebsführung.
Die NÖ Landesregierung sagte in ihrer Stellungnahme vom September 2011 im Wesentlichen zu, die 26 Empfehlungen des Berichts umzusetzen. Der Landesrechnungshof erwartet dazu, dass auch abteilungs- und berufsgruppenspezifische Personalfluktuationsraten erhoben werden und über Handlungsalternativen (Eigen- oder Fremdreinigung) auf der Grundlage von Wirtschaftlichkeitsberechnungen entschieden wird.

 

Wirtschaftliche Entwicklung
Die Aufwände erhöhten sich von 2007 bis 2010 um über elf Prozent, wobei die Leasingfinanzierungen und der zentrale Einkauf die Kosten dämpften. Die Erträge stiegen hingegen um rund 20 Prozent. Dies war auf höhere Leistungen und Bewertungen sowie Mehreinnahmen aus sonstigen Strukturmitteln (ambulante Onkologie) zurückzuführen.

Auslastung
Im Jahr 2010 betrug die Auslastung nach Belagstagen bereits rund 80 Prozent. Dabei wurden um zehn Prozent mehr ambulante Leistungen und um rund vier Prozent mehr Operationen durchgeführt als im Jahr 2007. Die Räume für die Tagesklinik mit elf Betten wurden nicht in Betrieb genommen. Die nicht ausgelasteten stationären Betten sollten verstärkt genutzt oder abgebaut werden. Tagesklinische Leistungen sind vermehrt anzubieten.

Personal
Im Jahr 2010 beschäftigte das Landesklinikum 145,89 Ärzte, 525,54 Mitarbeiter des medizinischen und 212,92 Mitarbeiter des nicht medizinischen Personals. Von 2007 bis 2009 wurden die Dienstposten, um 40,5 Stellen erhöht. Davon entfielen unter anderem vier neue Stellen auf Ärzte, fünf auf den gehobenen Gesundheits- und Krankenpflegedienst und 12,5 Stellen auf das Verwaltungs- und Betriebspersonal. Der Dienstpostenplan 2009 wurde für die Jahre 2010 und 2011 fortgeschrieben. Unterdessen bestand für alle NÖ Landeskliniken ein Arzt-Bedarfsberechnungs-Modell.
Im Jahr 2010 waren 8,77 Stellen des ärztlichen Diensts nicht besetzt. Der Dienstpostenplan ist im Hinblick auf den Versorgungsauftrag und die Auslastung zu evaluieren.
Außerdem ist den krankheitsbedingten Fehlzeiten des nicht medizinischen Personals (105,57 Stunden pro Vollzeitäquivalent) entgegen zu wirken.

Facharztordination und selbständiges Ambulatorium
Im Landesklinikum Mostviertel Amstetten wurden eine Facharztordination und ein selbständiges Ambulatorium für Magnetresonanztomographie geführt, das der Leiter des Instituts für Radiologie betrieb. Das Landesklinikum erhielt dafür einen Bestandzins.
Die gesetzliche kostenmäßige Trennung zwischen Krankenanstalt und Ordination erfolgte nicht. Für die Berechnung und Kontrolle des vereinbarten Bestandzinses fehlte die Aufstellung der Bruttoumsätze der Ordination.
Auch die Leistungsdokumentation des Ambulatoriums wurde nicht zur Berechnung und Kontrolle des Nutzungsentgelts herangezogen.

Organisation
Als Grundlage für den Versorgungsauftrag hat die NÖ Landesregierung einen Landeskrankenanstaltenplan zu erlassen. Die Anstaltsordnung sowie die Brandschutz- und Evakuierungsordnung sind zu aktualisieren. Außerdem sind noch Mängel aus der sanitären Aufsicht vom September 2007 zu beheben.
Im ärztlichen, kaufmännischen und im Pflegebereich fehlten Stellenbeschreibungen. Eine Arzneimittelkommission, eine Qualitätssicherungskommission und eine Kinderschutzgruppe waren eingerichtet. Außerdem bestanden ein Hygieneteam sowie eine Stabstelle für Risiko- und Qualitätsmanagement.
Die Innenrevision der NÖ Landeskliniken-Holding ist für alle Landeskliniken eingerichtet und verfügt insgesamt über 2,5 Stellen. Sie sollte mit den anderen Aufsichts-, Revisons- und Kontrolleinrichtungen zusammenarbeiten.

Küchenwirtschaft
Vor einer Erneuerung der Küche war die Möglichkeit einer Mitversorgung durch die Anstaltsküche des Landesklinikums Amstetten-Mauer zu untersuchen. Wegen der gestiegenen Kosten pro Tagesportion sind Maßnahmen zur Erhöhung des Deckungsbeitrags zu prüfen.
Fleisch- und Wurstwaren und andere Lebensmittel sind durch den zentralen Einkauf des Landesklinikums Mostviertel Amstetten nach den vergabegesetzlichen Bestimmungen möglichst wirtschaftlich zu beschaffen.

Gebäudereinigung und Wäscheversorgung
Die Gebäudereinigung erfolgte zur Gänze mit hauseigenem Personal. Die Gesamtkosten beliefen sich dafür im Jahr 2010 auf rund 2,3 Millionen Euro. Daher ist die Wirtschaftlichkeit einer Eigen- oder Fremdreinigung bzw. einer Mischform der beiden Betriebsformen zu berechnen. Die Fremdleistungen für die Wäschereinigung waren zeitgerecht nach den vergaberechtlichen Bestimmungen auszuschreiben.

Fuhrpark
Der Fuhrpark umfasste fünf Kraftfahrzeuge und einen Motorroller, die im Dienstbetrieb nicht ausgelastet waren. Ein Fahrzeug wurde überwiegend für Privatfahrten von Bediensteten genutzt. Das von einer Pharmafirma im Rahmen eines Projekts zur Verfügung gestellte Fahrzeug ist zurückzustellen, weil das Projekt nicht realisiert wurde.

Versicherungen
Das Landesklinikum Mostviertel Amstetten zahlte im Jahr 2010 für verschiedene Versicherungen Prämien von insgesamt rund 325.000 Euro. Das Land Niederösterreich besitzt ausreichendes Vermögen, um Schadensfälle abzudecken. Der Aufbau eines Deckungsvermögens durch Versicherungen, insbesondere durch eine KFZ-Kaskoversicherung, eine KFZ-Rechtsschutz­versicherung, eine Unfall-Insassenversicherung, eine Allgefahrendeckung mit einem geringem Selbstbehalt sowie einer Haftpflichtversicherung ohne Selbstbehalt war daher weder wirtschaftlich noch zweckmäßig.
Die NÖ Landeskliniken-Holding hat die Dienstanweisung „Versicherungen in der NÖ Landesverwaltung, Richtlinien" anzuwenden.

 Zusammenfassung

 Bericht

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Europäisches Qulifitätszertifikat
Der CAF (Common Assessment Framework) ist das für den öffentlichen Sektor entwickelte Qualitätsbewertungs - und Qualtätsmanagementsystem der Euopäischen Union.