Prüfberichte

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11-2013Planung, Finanzierung und Betrieb von Betreuungsstationen und Betreuungszentren in NÖ Landespflegeheimen
Zusammenfassung

In zwölf der 49 NÖ Landespflegeheime wurden auch Bewohner aufgrund einer psychischen Erkrankung betreut. Dafür waren zehn Betreuungsstationen und zwei psychosoziale Betreuungszentren (Mauer und Tulln) eingerichtet. Drei Betreuungsstationen (Mank, Türnitz, Waidhofen an der Ybbs) wurden als gemischte Stationen geführt, in denen Bewohner mit psychiatrischen Diagnosen und Bewohner mit Langzeitpflegebedarf betreut wurden.
Diese Einrichtungen verfügten insgesamt über 540 systemisierte Betten, von denen im Jahr 2013 518 von Bewohnern mit psychiatrischer Diagnose belegt waren.
Die NÖ Landesregierung sagte in ihrer Stellungnahme vom 24. September 2013 zu, alle dreizehn Empfehlungen des Landesrechnungshofs zur Planung, Finanzierung und Betrieb dieser Einrichtungen umzusetzen und teilte hierzu erste Maßnahmen mit.

Planung
Die Betreuungsstationen und die Betreuungszentren in den NÖ Landespflegeheimen stellten eine wichtige komplementäre Versorgungsstruktur für Menschen mit psychischen oder psychiatrischen Beeinträchtigungen im Psychiatrieplan 2003 dar.
Der Aus- und der Umbau dieser Einrichtungen erfolgten jedoch ohne Erhebung des Versorgungsbedarfs und ohne gesamthafte Planung der Versorgungsstrukturen.
Die zehn Betreuungsstationen und die beiden Betreuungszentren wiesen daher unterschiedliche Strukturen auf und verfolgten mit viel Einsatz des Personals jeweils eigene Pflege- und Betreuungskonzepte zum Wohl der Bewohner.
Im Mai 2013 legte die Abteilung Landeskrankenanstalten und Landesheime GS7 das Konzept „Psychosoziale Betreuung in den NÖ Landespflegeheimen" vor. Dieses Konzept war noch mit den Ergebnissen der anstehenden Evaluierung des Psychiatrieplans 2003 sowie mit den Planungen des NÖ Gesundheits- und Sozialfonds und der Abteilung Soziales GS5 abzustimmen und teilweise zu überarbeiten.

Finanzierung
Im Jahr 2012 kostete die Pflege in den Betreuungsstationen und Betreuungszentren der NÖ Landespflegeheime insgesamt rund 18,7 Millionen Euro. Diese Kosten wurden über Tarife den Heimbewohnern verrechnet. Da deren Einkommen (Pension, Pflegegeld) nicht ausreichte, leistete das Land NÖ Zuschüsse, sodass die Kosten überwiegend aus öffentlichen Mitteln des Sozialsystems finanziert wurden.
In den Jahren 2010, 2011 und 2012 verminderten die daraus erlösten Überschüsse von insgesamt rund 7,5 Millionen den Abgang der NÖ Landespflegeheime, der im Jahr 2012 noch bei 3,7 Millionen Euro lag.
Die Umsetzung des Konzepts vom Mai 2013 würde eine Aufstockung des Pflege- und Betreuungspersonals um 32 Vollzeitäquivalente erfordern und dafür jährlich Mehrkosten von 1,3 Millionen Euro verursachen, ohne das bereits voll ausgelastete Bettenangebot zu erweitern.

Betriebsvergleich
Die einzelnen Standorte unterschieden sich hinsichtlich der Bewohner- und Personalstrukturen, der ärztlichen Versorgung sowie der Pflege-, Therapie- und Beschäftigungsangebote und waren daher nur bedingt vergleichbar. Vor allem die fachärztliche Versorgung wies große Unterschiede auf und entsprach nur in den Betreuungszentren dem Konzept vom Mai 2013.
Die gemischten Betreuungsstationen sollten mittelfristig in reine Langzeitpflegeeinrichtungen umgewandelt werden. Bewohner, die in einer niederschwelligen Einrichtung bedarfsgerecht versorgt werden könnten, sollten darauf vorbereitet und sodann aus den Betreuungsstationen oder den Betreuungszentren entlassen werden.
Die geringe Fluktuationsrate des Personals war in allen Einrichtungen positiv hervorzuheben. Die überdurchschnittlich hohe Anzahl an Krankenstandstage pro Mitarbeiter in einzelnen Betreuungsstationen sollte evaluiert und reduziert werden.
Das Betreuungszentrum Tulln sollte nach Möglichkeit auch ehrenamtliche Mitarbeiter in die Versorgung der Bewohner einbinden.

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