Prüfberichte

A- A A+

2-2013Entwicklung ausgewählter Kennzahlen in den NÖ Landeskliniken
Zusammenfassung

In den betrieblichen Kennzahlen der NÖ Landeskliniken kamen der medizinische Fortschritt und die Entwicklung zu mehr tagesklinischen Leistungen sowie zu wenigeren und kürzeren stationären Krankenhausaufenthalten zum Ausdruck. Diese Entwicklung erforderte strukturelle Veränderungen, wie zum Beispiel die Verlagerung von stationären Betten zu anderen medizinischen Fachbereichen. Damit sollten auch Kosten eingespart werden.
Die NÖ Landesregierung führte in ihrer Stellungnahme vom 18. Dezem­ber 2012 bereits getroffene Maßnahmen an – zum Beispiel zur Reduktion der Krankenstandstage und zum Informations- und Kommunikationstechnologie-Bereich (IKT-Bereich) – und sagte die Umsetzung der Empfehlungen im Wesentlichen zu.

Die im Bericht enthaltenen Kennzahlen beruhen auf unterschiedlichen Grundlagen und stellen für sich allein keine Wertungen dar, sondern zeigen Unterschiede auf.

Versorgungsstruktur
Die 19 NÖ Landeskliniken verfügten im Jahr 2011 an 27 Standorten über 8.040 Betten.
Niederösterreich lag mit 5,0 tatsächlich aufgestellten Betten pro 1.000 Einwohner unter dem Österreich-Durchschnitt von 5,7.
Im Vergleich zu den Vorgaben des Regionalen Strukturplans Gesundheit – Niederösterreich 2015 bestanden in einzelnen Fachbereichen teilweise hohe Über- (bis zu 236 Betten) bzw. Unterkapazitäten (bis zu 403 Betten), die von der NÖ Landeskliniken-Holding bis Ende 2015 noch zu bereinigen sind. Dabei sollten die tagesklinischen Leistungen weiter ausgebaut werden. Deren Anteil konnte gemessen an den Gesamtaufenthalten von rund zwei Prozent im Jahr 2008 auf rund sechs Prozent im Jahr 2011 verdreifacht werden.

Ausgaben des Landes NÖ für den Krankenanstaltenbereich
Der Rechnungsabschluss des Landes NÖ für das Jahr 2011 wies für den Betrieb (inklusive Investitionen) und die Finanzierung des Krankenanstaltenbereichs Ausgaben von rund 2.351,3 Millionen Euro aus. Das waren rund 27,2 Prozent der Gesamtausgaben des Landes NÖ. Diesen Ausgaben standen direkte Einnahmen (im Wesentlichen aus Leistungen) in der Höhe von rund 1.842,6 Millionen Euro gegenüber, sodass sich eine tatsächliche finanzielle Belastung von rund 508,7 Millionen Euro ergab.
Für das Jahr 2010 betrug die Nettofinanzierungsbelastung laut Rechnungsabschluss noch rund 523,2 Millionen Euro.

Finanzkennzahlen
In den Jahren 2008 bis 2011 stiegen die Erträge der NÖ Landeskliniken stärker als die Aufwendungen. Dadurch verbesserte sich der durchschnittliche Deckungsgrad um 6,1 Prozentpunkte und lag bei rund 93 Prozent, wobei die Bandbreite 2011 zwischen 78,0 Prozent und 103,8 Prozent schwankte. Allerdings fehlten dazu teilweise standortbezogene Vergleiche. Der Abgang verminderte sich um rund 41 Prozent bzw. rund 84,9 Millionen Euro.

Personalkennzahlen
Die landesgesundheitsfondsfinanzierten Krankenanstalten in Niederösterreich wiesen laut Kostenrechnung im Jahr 2011 höhere Personalkosten auf als der Österreich-Durchschnitt. Trotzdem blieben die Gesamtkosten und Personalkosten je Belagstag unter dem österreichischen Durchschnittswert von 740 bzw. 483 Euro.
Laut Finanzbuchhaltung lag im Jahr 2011 der Anteil des Personalaufwands am Gesamtaufwand in den NÖ Landeskliniken bei rund 63 Prozent, wobei der Personalaufwand um 4,3 Prozent und die finanziell bewerteten Vollzeitäquivalente um 1,2 Prozent gegenüber 2009 stiegen.
Die Anzahl der Über- und Mehrleistungsstunden sank in allen Bereichen, insbesondere bei den Ärzten.
Die krankheitsbedingten Fehlzeiten erhöhten sich in allen Personalbereichen. Dagegen waren im Sinne betrieblicher Gesundheitsförderung ursachengerechte Maßnahmen zu entwickeln.
Im Jahr 2011 betrug die gesamtbetriebliche Fluktuationsrate aller NÖ Landeskliniken rund vier Prozent und lag zwischen rund drei Prozent beim nicht-medizinischen Personal und rund neun Prozent bei den Ärzten.

Leistungskennzahlen
Die Entwicklung der Leistungskennzahlen im medizinischen Bereich von 2008 bis 2011 NÖ gesamt (ohne Sonderkrankenanstalten) war vor allem von einer Erhöhung bei den ambulanten Frequenzen und bei den tagesklinischen Fällen gekennzeichnet. Neue Organisationsformen (zB Interdisziplinäre Aufnahmestationen) und die Verlagerung in den tagesklinischen Bereich führten zu einem leichten Rückgang der Anzahl an stationären Entlassungen, der Belagstage, der Belagsdauer und der Auslastung. Daher sind nachhaltig nicht ausgelastete Kapazitäten umzuwidmen oder abzubauen.
Im nichtmedizinischen Bereich waren die unterschiedlich hohen „Lebensmittelkosten pro Tagesverpflegung" bei den einzelnen Landeskliniken zu untersuchen, um Maßnahmen zu deren Optimierung treffen zu können. Die von der NÖ Landeskliniken-Holding mitgeteilten Wäschekosten waren nicht stimmig. Die Darstellung der Gesamtwäschekosten war daher zu vereinheitlichen.

Qualitätskennzahlen
Im Jahr 2011 betrug die Patientenzufriedenheit bezogen auf alle NÖ Landeskliniken über 90 Prozent und bewegte sich damit im Bereich der Vorjahreswerte von 2009 und 2010.
Die Mitarbeiterzufriedenheit wirkte sich auch auf die Zufriedenheit der Patienten aus und wurde seit 2011 erstmals in allen NÖ Landeskliniken erhoben.
Während die Belagsdauer sank, stieg die Wiederaufnahmerate von Patienten in stationäre Pflege innerhalb von 14 Tagen nach ihrer Entlassung auf rund zehn Prozent im Jahr 2010. Im Jahr 2011 betrug sie rund sechs Prozent.

Kennzahlen zur Informationstechnologie
Im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) fehlte aufgrund der heterogenen Systemlandschaft eine einheitliche Inventarverwaltung.
Außerdem sollten die für die Planung und Steuerung des IKT-Bereichs erforderlichen Daten und Kennzahlen einheitlich definiert und strukturiert in einer gemeinsamen Datenbank erfasst werden.
Die IKT-Ausstattung der NÖ Landesklinken war im Jahr 2011 sowohl personell als auch technisch unterschiedlich. Ein IKT-Mitarbeiter betreute zwischen 99,41 und 238,32 Mitarbeiter, wobei auf 1,29 bis 2,31 Mitarbeiter ein Computer und durchschnittlich auf 2,51 PCs und Laptops ein Drucker entfiel.
Für die 126 IKT-Mitarbeiter war ein Personalentwicklungs- und Schulungskonzept zu erstellen.

Zusammenfassung

Bericht

CAF-Guetesiegel Website

Europäisches Qulifitätszertifikat
Der CAF (Common Assessment Framework) ist das für den öffentlichen Sektor entwickelte Qualitätsbewertungs - und Qualtätsmanagementsystem der Euopäischen Union.